Kanjis

Kanjiflashcards

Kanjis (chinesische Schriftzeichen) sind für viele Japanischlernende (aber auch Chinesischlernende) ein Graus: so viele Striche zu merken, man darf teilweise keinen zu viel oder zu wenig setzen(selbst wenn, die Wahrscheinlichkeit, dass man da einen Strich an der einen Stelle zu viel setzt, sodass es eine andere Bedeutung gibt, ist nun wirklich derart gering, dass man sich darüber keine Gedanken zu machen braucht), alles lauter Bilder ohne Logik (stimmt nicht), etc. Wie soll man sich das nur alles merken können?
Zugegeben, wenn man absolut keine Erfahrung hat, kann das durchaus schwierig sein, immerhin besteht die japanische Sprache nicht aus Lauten, sondern aus Silben.
Es gibt also nicht einfach 26 Buchstaben zu lernen, sondern 46 Silben, die man teilweise sogar kombinieren kann. Hinzu kommen zwei Schriftsysteme, das Hiragana und das Katakana; sprich, um das einfachste Japanisch überhaupt lesen zu können, muss man allein schon 92 Zeichen kennen. Und obendrauf kommen dann mal eben noch die 2010 Kanjis das alltäglichen Gebrauchs …

Man muss jedoch nicht immer die Zeichen kennen, es gibt durchaus gelegentlich die Aussprache zu dem Kanji dazu, was aber in Hiragana geschrieben wird. Bücher für Anfänger beinhalten komplett die Furigana über den Zeichen (wie man eben die Ausspracheausschrift nennt), sodass man die Aussprache immer und immer wieder sieht und sie von ganz alleine dazulernt.

Die Hiragana lassen sich aus eigener Erfahrung sehr schnell lernen; ich habe nur drei Stunden benötigt und sie saßen 🙂 Für die Katakana jedoch habe ich 5 Stunden benötigt, warum, weiß ich nicht; Japaner scheinen mit ihnen jedoch auch ihre Probleme zu haben, von daher ist es nicht so schlimm, wenn man mal das eine oder andere Zeichen vergisst, sei es nun eines der Kana oder Kanji. Durch die technische Entwicklung gibt es mittlerweile sogar das, wofür es in China bereits einen Namen gibt: Das Pinyin-Syndrom. Dieser Begriff umschreibt die erworbene Unfähigkeit, die Zeichen per Hand schreiben zu können, während man sie jedoch noch erkennt, wenn man sie sieht, also passiv kennt.
Dies entsteht dadurch, dass vor allem Mobiltelefon und Computer uns die Arbeit abnehmen, die genaue Schreibweise zu kennen: Wir geben nur die Umschrift ein, das Texterkennungsprogramm weiß, was wir schreiben wollen und schlägt die entsprechenden Zeichen vor; je öfter wir das nutzen, desto präziser die Vorschläge, da sich das Gerät merkt, welche Zeichen wir am häufigsten nutzen. Im Deutschen ist es genauso: Durch die automatische Erkennung müssen wir nicht mehr genau darauf achten, wie wir ein Wort schreiben, unser Gerät weiß es von ganz alleine.

Und um dem vorzubeugen, lohnt es, jeden Tag zumindest fünf Zeichen zu lernen und auch aufzuschreiben; denn durch das Aufschreiben vertieft man erst das Zeichen, versteht es und kann es nachvollziehen. Im Kopf werden bestimmte Bewegungen mit der Hand mit einem bestimmten Zeichen gekoppelt, das Bild entsteht vor dem echten als auch dem inneren Auge. Daher habe ich mir die Karten geholt: Jeden Tag lerne ich mindestens 5 (gerne mehr,  da ich schon geübt bin und ca. 1000 durch mein Chinesischstudium bereits kenne; da muss ich nur noch die Aussprache und gegebenenfalls die andere Bedeutung lernen) und komme so innerhalb kurzer Zeit zu einem ansehnlichen Zeichenschatz.

Lasst uns mal rechnen:

5 pro Tag

7 x 5 = 35
4 x 35 = 140

Das heißt, allein in einem Monat ist es locker machbar, 140 (!!!) Zeichen zu lernen, wenn man jeden Tag die fünf Zeichen auch lernt. Und 5 Zeichen auf etwa 10 Stunden verteilt, wird doch machbar sein, nicht wahr? Das sind 2 Stunden für 1 Zeichen Zeit 🙂

Auf das ganze Jahr gerechnet bedeutet das:

365 x 5 = 1825

Lasst euch die Zahl mal auf der Zunge zergehen 🙂 1825 !!

Die lassen sich locker lernen. Damit kann man innerhalb eines Jahres dann sogar 75% einer Zeitung lernen.

Zum Vergleich: Während meines Studiums musste ich täglich teilweise 20-40 neue Zeichen lernen! Dafür kam das Wochenende und die Ferienzeit nicht dazu …

Also dann:

がんばってましょ!

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