Der Wert der Freundschaft

Der Wert der Freundschaft – unkäuflich und unschätzbar.

Ja, ich weiß, ich habe bereits über Freundschaft geschrieben, dennoch möchte ich abermals darauf eingehen.

Nachdem ich ein recht nettes Gespräch mit einem Freund am Telefon heute hatte, bin ich ins Cafe gegangen, um bei einem Stückchen Kuchen und einem Schocmoc ein wenig Japanisch zu lernen. Letzteres tat ich letztlich irgendwie nicht, stattdessen träumte ich ein wenig vor mich hin.
Derzeit warte ich auf eine Antwort der ansässigen Universität, ob ich nun genommen wurde oder nicht, wobei ich mittlerweile zu der Ansicht übergegangen bin, keine Antwort ist besser als eine negative Antwort. Worauf ich hinaus will: Aktuell habe ich viel Freizeit, die ich durchaus genieße, wenn ich gerade nichts zu tun habe (Beispielsweise Bewerbungen für eine Arbeitsstelle zu schreiben). Das heißt für mich auch, dass ich viel Zeit zum Nachdenken habe. Mein Kopf war in den letzten Tagen derart voll mit Verpflichtungen, dass ich nicht großartig nachgedacht habe, was natürlich heute mit voller Wucht zurückschlagen musste. Ein klein wenig habe ich über mein Leben nachgedacht, aber viel mehr über meine Freunde und was sie zu mir sagen.

Mal bin ich zufrieden mit dem, was ich leiste und geleistet habe, mal bin ich es nicht. es scheint tagesformabhängig zu sein. Mein nächstes Ziel ist es zu studieren, egal, wieviel ich lernen muss. Ich denke, mit meiner Wahl, die ich getroffen habe, bin ich recht zufrieden; noch. Zumindest habe ich kein schlechtes Gefühl und allzu großen Zweifel.
Ziemlich schnell kam ich aber auf meine Freunde zu denken; zuallererst sprang der Gedanke an meine japanische Freundin in meinen Kopf hinein. Wenn ich heute vergleiche, wie unsere „Beziehung“ am Anfang und schließlich am Tage ihres Abfluges war, bin ich stolz darauf, wie sehr sie sich gewandelt hat; zum Positiven. War man am Anfang recht zurückhaltend und wusste nicht, worüber man reden sollte oder konnte, war es später möglich, über alles zu reden. Nicht nur, weil ihre Deutschkenntnisse beträchtlich besser geworden sind mit der Zeit, sondern auch, weil man wusste, dass man dem anderen vertrauen kann und wusste, dass einem zugehört wird. Ich habe sie sehr geschätzt und schätze sie auch jetzt noch. Sie fehlt mir.

Jedes Mal nun, wenn ich an sie denke, muss ich an eine ganz bestimmte Mail denken, die sie mir geschrieben hat und an die letzten gemeinsamen Minuten am Flughafen. Was genau sie geschrieben hat, möchte ich nicht erwähnen, jedoch sei gesagt, dass ihre Worte mich sehr berührten und mich zu der Frage führten, ob das, was ich schon immer verleugne, von vielen meiner Freunde jedoch immer wieder mal gesagt bekomme, wahr sein kann. Letztlich muss es wahr sein, wenn es so viele sagen, aber dennoch tue ich mich schwer damit, es zu glauben, da ich davon überzeugt bin, nicht so ein Mensch zu sein, wie sie denken, dass ich einer sei.

Freunde:

– hören dir zu, wenn du sie brauchst
– vergessen dich nicht, wenn sie neue Freundschaften schließen
– sind unbezahlbar
– machen dich glücklich, einfach nur, weil sie da sind
– akzeptieren und mögen dich so, wie du bist

So in etwa sehe ich Freundschaft. Freunde sind Gefährten fürs Leben, sie zeigen dir andere Wege und Möglichkeiten, führen dich aus einer Sackgasse heraus, in die du dich verirrt hast und man kann mit ihnen zwanglos reden.
Betrachte ich nun jene, die ich wirklich Freunde nenne, kann ich voller Stolz sagen, dass es echte und aufrichtige Freunde sind. Die mich nicht vergessen haben, obwohl sie neue Freundschaften oder Beziehungen geschlossen haben. Ich habe Spaß mit ihnen und freue mich jedes Mal aufs Neue, sie zu sehen, seien es auch nur wenige Minuten. Sollten sie einmal in Not sein, würde ich nicht zögern, ihnen zu helfen, egal, was für Umstände es mir machen würde. Wie soll ich denn glücklich sein können, wenn meine Freunde es nicht sind?
In diesem Moment muss ich aber an jene denken, die scheinbar vergessen haben, dass sie Freunde haben, während sie sich verliebten. Die sich einfach nicht mehr von alleine melden und sich dann angegriffen fühlen, wenn man ihnen sagt, dass man sich von ihnen vergessen fühlt. Vielleicht ist es Eifersucht, vielleicht habe ich auch zu hohe Erwartungen, aber ich habe meine Freunde nicht vergessen, als ich mich verliebte. Nie, aber auch niemals habe ich ein Wort der Klage von meinen Freunden gehört, dass ich sie vernachlässigen würde. Wie soll ich denn jemanden haben, der mich auffängt, wenn es in einer Beziehung nicht funktioniert? Meine Freunde haben mit mir geweint, gelacht und alles geteilt. Und nun soll ich jene, die all dies mit mir geteilt haben, links liegen lassen, nur weil ich jemandem endlich meine Liebe schenken kann? Und dann erwarten, dass sie noch immer für mich da sind, wenn die Beziehung auseinanderbricht? Nein, das geht nicht.
Es tat mir jedes mal weh, wenn ich bei jenen anrief, die mich vergessen zu haben schienen, daher hörte ich auf, mich bei ihnen zu melden; sie selbst haben sich auch nicht mehr gemeldet. Von daher sehe ich dies auch nicht mehr als Freundschaft, sondern nur noch bestenfalls als Bekanntschaft ab. Meine Freunde sollen jene sein, mit denen ich etwas teilen kann, was mich glücklich macht, mit ihnen zusammen zu sein.
Natürlich, man soll sein Glück nicht von anderer Leute Wohlgefühl abhängig machen, aber ich bin die Art Mensch, die sich eher um das Wohl der anderen sorgt als um das eigene und dabei glücklich sein kann. Das ist eine meiner Einstellungen zum Leben und ich finde, auch ein Teil des Sinns meines Lebens. Andere glücklich oder zufrieden machen, ihnen einen Teil ihrer Sorgen zu nehmen, das ist das, was ich als Freundin tun will. Ganz nach dem Motto: „Was wäre, wenn alle es tun würden?“  Ebenso passt es zu einer meiner Lebenseinstellungen: „Alles, was du gibst, kommt zu dir zurück.“ Es muss nicht in gleicher Art und Weise zurückkehren, aber eines Tages, wenn ich Hilfe oder etwas anderes benötige, wird so auch mir Hilfe gewährt. Es mag egoistisch klingen, aber die Intention dahinter ist, zumindest bei mir, dass andere es vielleicht auch so sehen mögen, sich daran erinnern, was einmal für sie getan wurde und dann ebenso anfangen, etwas für andere zu tun. Die Welt kann man nicht auf einen Schlag besser machen, aber man kann dafür sorgen, dass die eigene Welt besser wird. Was man nach außen trägt, wird aufgefangen und wahrgenommen und vielleicht auch weitergegeben. Behält man alles für sich, wirkt man nicht auf die Außenwelt ein, kann auch keine Veränderung, keine Besserung stattfinden. So ist also die Einstellung „Alles, was du gibst, kommt zu dir zurück“ weniger egoistisch als man anfangs denkt, denn immerhin verhilft es anderen, ein klein wenig glücklicher zu werden und dies in die Welt hinauszutragen. Ein Lächeln, was du jemand Fremdes gibst, weil er oder sie traurig aussieht, wird sich wundern und gleichzeitig freuen, bemerkt worden zu sein, Aufmerksam erhalten zu haben und, wer weiß, beim nächsten Mal selbst ein Lächeln jemand vollkommen Fremdes zu schenken, ganz einfach, weil dieser Person irgendwann, als es ihr schlecht ging, ein Lächeln zugute getan wurde.

So ist es also auch mit Freunden: Das, was sie dir geben, gibst du weiter, bewusst oder unbewusst. Sie machen dich glücklich und sind eine Quelle der Inspiration und Energie, genauso, wie du es für sie bist, ob du nun willst oder nicht.

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2 Antworten zu Der Wert der Freundschaft

  1. Bastian sagt:

    Lehrreicher Beitrag. Cool, wenn man das Thema auch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann.

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